Die Burg Bentheim ist geschlossen.
Bentheim Castle is closed.
Das Café Ferdinands ist weiterhin geöffnet.
Besucherinformation zur Schließung der Burg Bentheim
Sehr geehrte Besucherinnen und Besucher,
aufgrund erheblicher Schäden an der Bausubstanz der Burg Bentheim stellt die Besichtigungen Burg Bentheim GmbH i.L. den Museumsbetrieb ein. Insbesondere klimawandelbedingte Witterungseinflüsse haben in den letzten Jahren erhebliche Schäden an der Bausubstanz der Burg verursacht. Die Schäden stellen ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko dar, sodass der Museumsbetreiber die Sicherheit der Burgbesucherinnen und Burgbesucher nicht gewährleisten kann.
Wir bitten Sie um Ihr Verständnis für diese notwendige Maßnahme und danken Ihnen für Ihr Interesse an der Burg Bentheim.
Mit freundlichen Grüßen
Henning Buss
Geschäftsführer Besichtigungen Burg Bentheim GmbH i.L.
Hintergrundinformationen zur dauerhaften Schließung
Im Jahre 2013 haben die Eigentümer Christian Fürst zu Bentheim und Steinfurt und Erbprinz Carl Ferdinand zu Bentheim und Steinfurt ihre Eigentümerstellung an der Thermalsole- und Schwefelbad Bentheim GmbH und an der Besichtigungen Burg Bentheim GmbH aufgegeben und Ihr Eigentum als Stiftungskapital in die gemeinnützige Stiftung Fürst zu Bentheim und Steinfurt eingebracht.
Diese Stiftung ist Eigentümer der Besichtigungen Burg Bentheim GmbH, die das öffentliche Museum auf der Burg Bentheim betrieben und den Besucherverkehr dort verantwortet hat. Das Kuratorium der Stiftung ist das wesentliche Entscheidungsorgan, wenn es um die Verausgabung von Fördermitteln im Sinne des Stiftungszweckes und um den Erhalt des Stiftungsvermögens geht. Dem Kuratorium gehören neben zwei weiteren Personen auch Carl Ferdinand Fürst zu Bentheim und Steinfurt und der Landrat des Landkreises Grafschaft Bentheim an.
Das öffentliche Museum auf der Burg Bentheim sowie deren Besucherverkehr wurden von der Besichtigungen Burg Bentheim GmbH betrieben. Eigentümer der Besichtigungen Burg Bentheim GmbH war die Stiftung Fürst zu Bentheim und Steinfurt. Die Besichtigungen Burg Bentheim GmbH war Mieterin von Teile Burgensembles und hat die angemieteten Räume als Museum betrieben.
Die Burg befindet sich seit über 600 Jahren im Besitz der Familie zu Bentheim und Steinfurt. Derzeitiger Eigentümer ist Carl Ferdinand Fürst zu Bentheim und Steinfurt. Das Burgensemble wird durch die Verwaltung der Familie, die sich Fürst zu Bentheimsche Domänenkammer nennt, bewirtschaftet.
Die Gebäudesubstanz der Burg Bentheim wurde regelmäßig durch den Monumentendient aus Oldenburg, einem in Fragen des Denkmalschutzes erfahrenen Info- und Wartungsdienst für historische Gebäude, inspiziert. Nach dem Einsturz eines Mauerteils im Jahr 2025 wurde die für 2026 vorgesehene Inspektion der Burg um ein Jahr vorgezogen. Der Monumentendienst wurde 2025 vom Eigentümer der Burg mit der Begutachtung des Burgensembles beauftragt, um eine fachlich qualifizierte Einschätzung zur Gebäudesubstanz und zu möglichen Gefahrenstellen zu erhalten. Im Verlauf der Untersuchungen festgestellte Gefahrenstellen wurden schon ab Herbst 2025 durch erste Sicherungsmaßnahmen gesichert.
Nach Durchsicht des vorgelegten, umfangreichen Gutachtens (Das Gutachten finden Sie hier) zum Zustand des Burgensembles wurde der Museumsbetrieb auf der Burg Bentheim Anfang Januar 2026 aus Sicherheitsgründen umgehend geschlossen sowie die Öffentlichkeit und die Stadt Bad Bentheim informiert. Weiter wurden die Kuratoriumsmitglieder des Kuratoriums der Stiftung Fürst zu Bentheim und Steinfurt umfassend informiert und es wurde kurzfristig eine Kuratoriumssitzung vereinbart. (Die Einladung zur Kuratoriumssitzung finden sie hier).
Im Rahmen eine Kuratoriumssitzung am 29.01.2026 wurde das vollständige Kuratorium (inklusive des Landrates des Landkreises Grafschaft Bentheim als dessen Mitglied) über das Gutachten sowie dessen Folgen für die Besichtigungen Burg Bentheim GmbH informiert. Nach einem intensiven Austausch über die rechtliche Situation und die Möglichkeiten zur Erhaltung des Museums hat das Kuratorium zwei Beschlüsse gefasst, um eine Fortführung des Museumsbetriebes auf der Burg Bentheim zu ermöglichen. Ein dritter Beschluss wurde für den Fall gefasst, dass eine Fortführung des Besichtigungsbetriebes nicht mehr möglich ist. (Die drei gefassten Beschlüsse, finden sie hier)
Den Beschlüssen der Kuratoriumssitzung am 29.01.2026 folgend, hat sich die Stiftung mit einem Anschreiben an die Kreistagsmitglieder des Landkreises Grafschaft Bentheim gewandt, um den Geschäftsbetrieb der Besichtigungen Burg Bentheim GmbH zeitnah wieder aufnehmen zu können. (Das Anschreiben finden Sie hier) Zusätzlich war der Landrat des Landkreises Grafschaft Bentheim, Herr Fietzek, als Kuratoriumsmitgliede der Stiftung Fürst zu Bentheim und Steinfurt als ordentliches Mitglied des Kreistages vollumfänglich informiert.
Weder bezüglich des Anschreibens noch des Angebots eines Informationsaustausches hat die Stiftung Fürst zu Bentheim und Steinfurt keinerlei Rückmeldungen von den in Fraktionen organisierten Kreistagsmitgliedern erhalten. Deren Entscheidung, die von der Stiftung Fürst zu Bentheim und Steinfurt gemachten Vorschläge abzulehnen, erfolgte über Äußerungen in einem lokalen Zeitungbericht vom 18.02.2026.
Den Beschlüssen der Kuratoriumssitzung am 29.01.2026 folgend, wurden die stimmberechtigten Mitglieder des Kuratoriums der Naturschutzstiftung des Landkreises Grafschaft Bentheim angeschrieben und um Unterstützung gebeten. Aus Sicht der Stiftung Fürst zu Bentheim und Steinfurt wäre die Naturschutzstiftung des Landkreises Grafschaft Bentheim die wohl einzige Institution gewesen, der es möglich gewesen wäre den Besichtigungsbetrieb kurzfristig und satzungsgemäß ohne den Einsatz von kommunalen Steuergeldern zu erhalten. (Das Anschreiben finden sie hier).
Die stimmberechtigten Kuratoriumsmitglieder der Naturschutzstiftung des Landkreises Grafschaft Bentheim haben eine Förderung der Sanierung der landschaftsbildprägenden Burg ohne vorherige Rückfragen oder Gespräche per Kuratoriumsbeschluss abgelehnt. Dies wurde vom Geschäftsführer der Naturschutzstiftung des Landkreises Grafschafft Bentheim per Mail vom 18.02.2026 mitgeteilt.
Das „fürstliche Haus“ hat zu keinem Zeitpunkt gegenüber dem Landkreis Grafschaft Bentheim oder gegenüber den Kreistagsmitgliedern Forderungen oder gar Ultimaten bezüglich der Burg Bentheim oder des Besichtigungsbetriebes gestellt.
Die Stiftung Fürst zu Bentheim und Steinfurt hat dem Landkreis Grafschaft Bentheim sowie Naturschutzstiftung des Landkreises Grafschaft Bentheim Vorschläge gemacht, denen aufgrund der drohenden Insolvenz der Besichtigungen Burg Bentheim GmbH gewisse Fristen implizit waren.
Unmittelbar nach der Kenntnis der Entscheidungen der Kreistagsmitglieder und der stimmberechtigten Kuratoriumsmitglieder der Naturschutzstiftung wurde die Auflösung der Besichtigungen Burg Bentheim GmbH zur Eintragung ins Handelsregister beim zuständigen Registergericht eingereicht. Die Auflösung der Besichtigungen Burg Bentheim GmbH war aus rechtlichen Gründen zwingend erforderlich, da keine Chance auf eine zeitnahe Wiedereröffnung des Museums auf der Burg Bentheim mehr bestand.
Weiter musste allen Beschäftigten eine betriebsbedingte Kündigung ausgesprochen werden. Das Vermögen des Museumsbetriebes wird in den nächsten Wochen verkauft, damit die in Liquidation befindliche Gesellschaft ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommt. Die Mehrheit der verantwortlichen Kuratoriumsmitglieder sowie der Vorstand der Stiftung Fürst zu Bentheim und Steinfurt haben zuvor alles dafür getan, das Stiftungsvermögen zu erhalten und die Besichtigungen Burg Bentheim GmbH dauerhaft fortzuführen.
Das Angebot der Stiftung Fürst zu Bentheim und Steinfurt wurde bewusst dem Landkreis Grafschaft Bentheim unterbreitet, da die Dimension der Aufgabe – 10–40 Mio. EUR lt. Gutachten für die notwendige Sicherung der Bausubstanz — die Möglichkeiten der Stadt Bad Bentheim bei weitem übersteigt und die Burg Bentheim sicherlich regionale Bedeutung hat. Nur gemeinsame mit dem Landkreis wäre eine kurzfristige Rettung des Besichtigungsbetriebes möglich gewesen.
Die Stadt Bad Bentheim hatte einmalig die Summe von 500.000 EUR in Aussicht gestellt, mehr aber auch nicht. Der Eigentümer des Burgensembles hat der Stadt Bad Bentheim vorgeschlagen, diese Haushaltsmittel in die Sanierung der historischen Bausubstanz im Schlosspark zu investieren, damit die Stadt dort ihren vertraglichen Verpflichtungen als Pächter gegenüber dem Eigentümer des Schlossparkes nachkommt.
Sowohl die Stiftung Fürst zu Bentheim und Steinfurt als auch die Besichtigungen Burg Bentheim GmbH haben in der Sache regelmäßig aktuelle Informationen veröffentlicht und eine unabhängige Berichterstattung über verschiedene Medien unterstützt. Auf den Websites der Burg Bentheim sowie der der Fürst zu Bentheimschen Domänenkammer finden sich umfangreiche Informationen zu der Thematik.
Die Burg Bentheim bleibt auch in den nächsten Jahren als stadtbild- und landschaftsbildprägendes Gebäude für Bad Bentheim und die Grafschaft Bentheim erhalten. Ob sie sich in absehbarer Zeit wieder für den Besucherverkehr öffnen wird, hängt davon ab, ob die zur Wiederherstellung und Sicherung der Bausubstanz notwendigen finanziellen Mittel eingeworben werden können. Die Stiftung Fürst zu Bentheim und Steinfurt wird aufgrund der beschränkten finanziellen Ressourcen hierbei allerdings keine wesentliche Rolle mehr spielen können.
Der Eigentümer wird in den nächsten Monaten und Jahren daher zunächst versuchen, zum einen die historische Bausubstanz zu sichern und sich zum andern über andere Nachnutzungsmöglichkeiten zu finden.
HISTORIE
Geschichte der burg
Die Burg Bentheim ist die größte Höhenburg Nordwestdeutschlands und wurde erstmals 1050 erwähnt. Seit fünf Jahrhunderten befindet sie sich im Besitz der Grafen und Fürsten zu Bentheim und Steinfurt.
Erkunden Sie die Burg Bentheim und erhalten Sie Einblicke in die Geschichte und Geheimnisse aus nahezu einem ganzen Jahrhundert. Als eines der schönsten Ausflugsziele in der Grafschaft lädt die Burg Besucher dazu ein, das große Gelände, den Pulverturm oder den Marstall zu entdecken.
FOLGEN SIE UNS AUF INSTAGRAM